Kiel, 22.11.1997
Pressemitteilung der XXII. Studentischen Tagung Sprachwissenschaftanläßlich der HRG-Novellierung
Die geplanten Maßnahmen zur sogenannten Bildungsreform folgen in Wahrheit keinem bildungspolitischen Konzept. Vielmehr stellen sie den Versuch der Regierung dar, auf die selbstverschuldete finanzpolitische Misere zu reagieren, indem sie willkürlich Mittel streicht. Dadurch zwingt sie die einzelnen Institute, nach marktwirtschaftlichen Kriterien Gelder zu erwirtschaften. Dies führt zu einer Ausrichtung der Forschungs- und Studieninhalte an den Interessen der Geldgeber.
Die eigentliche Verpflichtung des Staates, nämlich die Gewährleistung "der Pflege und der Entwicklung der Wissenschaften und der Künste durch Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung" (Entwurf für ein neues Hochschulrahmengesetz vom 19.8.1997), steht hierzu in krassem Gegensatz.
Mehr Selbstverwaltung der Hochschulen mit weniger Geld ist keine Entlassung in die Freiheit, sondern vielmehr eine Abschiebung in eine noch größere Abhängigkeit und Handlungsunfähigkeit.
Bildung ist Vergangenheit !
Die Teilnehmer der XXII. Studentischen Tagung Sprachwissenschaft (Bundesfachschaftentagung), organisiert durch
Fachschaftsvertretung Linguaphon, Leibnizstraße 10, 24118 Kiel
Dies ist inzwischen an den Spiegel, die Taz und die Frankfurter Rundschau gegangen, mit der Bitte um Veröffentlichung.
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Last Modified: Thursday, December 4, 1997 at 01:07 AM